Programmierbare Geräte mit abgesetztem Bedienteil (Remote Display)

Fast alle neueren Geräte von MKT verfügen über einen Ethernet-Anschluss und einen internen Web-Server.
In einigen Fällen ist neben dem integrierten Web-Server (HTTP-Server) auch ein Server integriert, mit dem sich das Gerät auch an einem abgesetzten Bedienteil betreiben lässt.

Der Hauptgrund für die Trennung von Anzeigeeinheit (Client bzw. "Viewer") vom programmierbaren Gerät (Server bzw. "Datenerfassungsbox") ist die Vielzahl von Schnittstellen, die in absehbarer Zeit an das Gerät angeschlossen werden müssen (z.B. diverse CAN-Schnittstellen, RS-232, LIN, GPS-Empfänger, Ethernet, und -geplant- CAN-FD, Flexray, ...). Alle Bus-Schnittstellen werden nur noch am 'Server' angeschlossen, der z.B. im Kofferraum oder unter dem Beifahrersitz montiert werden kann. Das abgesetzte Display benötigt nur eine Ethernet-Schnittstelle. Zur Zeit in der Entwicklung befindliche Displays (geplant für 2017) werden komplett per Ethernet versorgt (POE, Power-over-Ethernet) und benötigen daher keine eigene Stromversorgung. Dann reicht ein einziges Kabel für die Verbindung zwischen Display und 'Server-Box' aus; die Stromversorgung übernimmt die "Box".

Abbildung 1 : Verbindung zwischen abgesetztem Display und Server per Ethernet (LAN)

Das 'abgesetzte' Display (in Abbildung 1 links) verwendet ein auf UDP basierendes, VNC-ähnliches Protokoll. Client und Server finden sich gegenseitig durch Senden von Broadcast-Telegrammen nach dem Einschalten. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Reihenfolge Client und Server eingeschaltet werden.
Seit Mai 2016 ist in einigen Geräten (z.B. MKT-View IV) sowohl die Server- als auch die Client-("Viewer"-)Funktionalität impementiert. Dadurch können (z.B. zu Testzwecken oder für Vorführungen) zwei Geräte miteinander gekoppelt werden, die dann beide den gleichen Bildschirminhalt anzeigen, und die beide können "parallel" zur Bedienung des Servers (auf dem die anwenderspezifische Applikation läuft) verwendet werden: Der Server zeigt das Bild auf einem eigenen ("lokalen") Display an, während der als 'abgesetztes Display' (Viewer) konfigurierte Client das gleiche Bild, mit einer kaum wahrnehmbaren Verzögerung von wenigen Millisekunden anzeigt.

Konfiguration des abgesetzten Displays

In speziell dafür vorgesehenen Geräten (Viewer, Client) ist das 'Remote Display'-Protokoll bereits per Default aktiviert, eine Konfiguration durch den Anwender ist daher i.A. nicht nötig.
Bei programmierbaren Geräten mit eigenem Display (z.B. MKT-View IV) sind dagegen weder der Client ("Viewer", "Betrachter") noch der integrierte Server per Default aktiv. Um solche Geräte im Verbund (mit abgesetztem Display) zu betreiben, muss das 'Remote Display'-Protokoll wie unten beschrieben aktiviert werden:

 Main system menu
 EXIT !
 Load program from FILE
 Transfer via CAN = OFF/Auto
 Other transfers ... ▶
 Audio Recorder
 ...
 Network Setup
 Remote Display Setup ... ▶ 
 ...
Remote Display Setup (2)
 Save and EXIT
 Enable VNC/UDP SERVER = 0
 Enable VNC/UDP VIEWER = 1   
 VNC/UDP server state = 0
 VNC/UDP client state = 0
 VNC/UDP frames sent  = 0
 VNC/UDP frames rcvd  = 0
 ...
 See also: Network setup
Abbildung 2 : Konfiguration des 'Remote Displays' im Setup-Menü eines MKT-Views.
Im gezeigten Beispiel wurde nur der im MKT-View IV integrierte 'Viewer' (Client) aktiviert.
Um zwei MKT-Views 'im Verbund' zu betreiben, muss eines der Geräte als Server konfiguriert werden.


Standard VNC Server (Virtual Network Computing via TCP/IP)

Statt des 'abgesetzten Bedienteils' kann notfalls auch ein PC, Tablet, oder Smartphone verwendet werden, vorausgesetzt dass das Gerät an Ethernet angeschlossen werden kann, und ein geeignetes Programm zur Verfügung steht (auf dem PC z.B. "Ultra-VNC" oder ein vergleichbarer "VNC-Viewer" bzw. "Client").

Zum Aktivieren des VNC-Servers im MKT-View (III,IV) muss im "Network Setup" die Port-Nummer für die Fernbedienung per VNC/RFB (Remote Framebuffer Protocol) auf einen Wert ungleich Null gesetzt werden. Die Default-TCP/IP-Port-Nummer für VNC ist 5900. Dieser Wert ist in den üblichen VNC-Viewern bereits voreingestellt.

Aus Sicherheitsgründen ist bei Geräten, die über ein eigenes (integriertes) TFT-Display verfügen, die Fernbedienung per VNC defaultmäßig nicht aktiviert !

Fehlt der Eintrag 'VNC' im 'Network Setup' unter 'TCP Server Ports', dann ist der Standard-VNC-Server in der Gerätefirmware nicht implementiert.

Details zum Netzwerk-Setup und zur Fernbedienung per Web-Browser finden Sie hier .

Siehe auch:
Übersicht (Programmiertool) , Dateiübertragung per XMODEM / YMODEM, System-Menü und Setup,
Fernbedienung ohne Ethernet (per CAN, mit dem "Text-Terminal" im Programmiertool).